Die Flüsse von London • 2011 • Urban Fantasy von Ben Aaronovitch

★★★+☆☆

Eine Liebesgeschichte an eine großartige Stadt! Ein hinreißend psychedelischer Krimi! Flussgötter, Geister und Theater. Das alles sind Ingredienzen des ersten Bandes einer mittlerweile achtteiligen Urban Fantasy Erfolgsreihe um den Constable und Zauberlehrling Peter Grant. 

Direkt nach der Ausbildung als Police Constable in London wird Peter Grant nach Covent Garden zum Tatort eines Mordes beordert. Seine Karriere als Zauberlehrling beginnt mit der Begegnung eines Geistes, der ihm den Hergang des Mordes schildert. Diese Fähigkeit bleibt nicht unbemerkt und er wird in die Dienste des Polizeiinspektors Thomas Nightingale versetzt, seines Zeichens letzter Magier Englands. 

Die detaillierten Schilderungen Londons mit viel Liebe zum Detail und der Hang zur Selbstironie seines Hauptdarstellers sind die Kernelemente dieses Buches. Dabei verfällt die Erzählung nie ins irrwitzig komische, sondern bleibt auf der Seite des trockenen englischen Humors.

Meine besondere Sympathie liegt beim intelligenten, ironischen, loyalen Hauptprotagonisten Peter Grant. Frisch von der Akademie wird er nicht sofort zum Superhelden, sondern muss sich über Wochen mit dem Einüben seines ersten Zaubers quälen – einem Werlicht. Es macht Spaß, mit ihm zusammen die Magie zu entdecken, was ganz anders als in Hogwarts verläuft. Und dann feiert man mit ihm, als es endlich gelingt: “Verdammt, ich kann zaubern.” Die meiste Zeit muss Peter seine Probleme also mit herkömmlichen Methoden lösen und erhält nur wenige Hinweise im Umgang mit anderen Kräften. 

Vermutlich wäre ich bei all den Qualitäten dieses Autors sofort ein Fan der Reihe. Leider trübt meine Abneigung gegen Krimis mit Polizeiermittlungen oder gegen Horrorelemente mein Leseerlebnis etwas ein. Für beides gibt es Fans, die das Buch sicher besser bewerten würden.

Insgesamt kommen Urban Fantasy Fans mit Hang zum Krimi und Geistergeschichten hier voll auf ihre Kosten. Gerade ist im dtv-Verlag ein Doppelband mit den ersten beiden Romanen der Reihe erschienen.

Meta: isfdb.

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8 Responses to Die Flüsse von London • 2011 • Urban Fantasy von Ben Aaronovitch

  1. Was für eine hilfreiche Rezension! Ich habe das Buch oftmals gesehen und bin oftmals in Versuchung es zu erwerben. Normalerweise bin ich allergisch gegen solche sogenannte light fantasy, obwohl Sie mich fast überzeugt haben. Gibt es irgeneine andere vergleichbare Bücher? (Und verzeihen Sie mein ungeschicktes Deutsch. Bin Amerikaner!)

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    • Andreas says:

      Das ist der zweite Kommentar von Dir aus dem Spamordner – keine Ahnung, welcher Teufel in WP gefahren ist.
      Ich denke, das Buch ist empfehlenswert, falls Du police procedure magst – für mich sind solche Krimis eher nicht geeignet. Vergleichbare Bücher sind Lukianenkos Wächter-der-Nacht-Serie und Butcher’s Dresden Files.

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  2. cathepsut says:

    „Abneigung gegen Krimis mit Polizeiermittlungen“ — Oh, Schade! Genau damit glänzt Aaronovitch in dieser Serie.

    Ich war kein Fan, als ich das erste Buch vor ein paar Jahren gelesen hatte. Tatsächlich hatte ich das erste Buch damals noch nicht mal komplett fertig gelesen, weil mir die Flußgeister und ihre Geschichte keinen Spaß gemacht hatten. Erst beim zweiten Anlauf hat es gezündet. Allerdings habe ich da die Hörbücher gehört und Kobna Holdbrook-Smith bringt Peter und die Serie zum glänzen!

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    • Andreas says:

      Trotz der Abneigung ein passables Ergebnis, wie ich finde.
      Hörbücher hatte ich nur die extra langen Schinken konsumiert- für lange Autofahrten ideal. Im Homeoffice ist dafür keine Gelegenheit.
      Die Flussgeister waren mir auch einen Zacken zu…. juvenil.

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  3. Ola G says:

    Oh, man, I feel like I’ll be reading your review more than once to get my rusty German back to speed 😀

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